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Trucks für Hartmut

Ein kleiner Post kann so viel bewirken:

Hartmuts letzter Wunsch war: „Ich möchte noch einmal einen ordentlich beleuchteten Truck sehen!“. Eine Anfrage, am Sonntag auf Facebook gepostet, mobilisierte gleich und sofort unzählige Menschen.

So z.B. Jens Christian Krüger, einen Fahrlehrer aus Falkensee, der sofort eine Facebookgruppe „Trucks für Hartmut“ gründete. Eine Aktion startete, die in dieser Geschwindigkeit und Präsenz in unseren Augen einmalig ist. Mit Organisationstalent, Energie und Charme gelang es den Beteiligten, ein Netzwerk innerhalb von nur einem Tag zu mobilisieren und Menschen für diese Aktion zu begeistern.

Trucker, die 620 km vor sich hatten, Trucker, die schon im Feierabend waren. Sie waren da. Eskortiert von Mitgliedern der „European Police Car Unit“, die mit ihren wunderschönen US-Polizeiautos dabei waren, um Hartmuts Wunsch noch zu krönen.
Die Berliner Polizei war an unserer Seite und gehörte zu den großen Unterstützern der Aktion.

Es ging darum, einem sterbenden Menschen den letzten großen Wunsch zu erfüllen. Einem Menschen, dem es im Leben nicht so gut ging, der dadurch noch mal mehr jeden Moment im Hospiz genießen konnte. Auch wenn er wusste, dass es die letzten Tage seines Lebens sein werden, war er jeden Tag dankbar für die Pflege, die liebevolle Fürsorge, das gute Essen.

Wir wissen nicht, wie viele Menschen sich am Sonntag und am Montag dafür eingesetzt haben, dass Hartmut nicht nur einen beleuchteten Truck sehen konnte, sondern sogar in einem wunderschönen orangenen, leuchtenden Truck durch Neukölln gefahren wurde, eskortiert von einer Kolonne hupender Trucks, amerikanischer Polizeiwagen, einem Einsatzfahrzeug der Berliner Feuerwehr und der örtlichen Polizei.

Fast alle Menschen, die sich für Hartmuts letzten Wunsch engagiert haben, waren Menschen, die Hartmut nicht kannten. Sie alle gaben ihm am Montag das Gefühl, ein Mensch unter vielen guten lieben Freunden zu sein. Freunden, denen er etwas bedeutete.

Heute, drei Tage nach seiner letzten Truckfahrt, ist Hartmut verstorben. Nicht allein, nicht alleingelassen.

Wir leben in einer Zeit, in der viel passiert. Eine Zeit, in der wir oft das Gefühl haben, Profit, Finanzen und Wachstum sind die treibenden Kräfte unserer Welt. Das Erlebnis „Trucks für Hartmut“ hat bewiesen, das da viel mehr ist. Menschlichkeit, Zusammenhalt und Liebe sind die treibenden Kräfte unseres Zusammenlebens.

Wir sagen noch einmal DANKE! Danke allen Menschen, die diesen Moment der Menschlichkeit für Hartmut möglich gemacht haben. Danke allen Menschen, die unsere Hospizarbeit unterstützen.