Magazin

Country-Freiluftkonzert fürs Hospiz

Die Freiluft-Sommerkonzerte zugunsten des Ricam Hospiz haben in den vergangenen Jahren über 700 Zuschauer angezogen. In diesem Jahr trat der Country-Sänger Larry Schuba am 17. Juli 2016 in der Alten-Dorfschule Rudow auf. Bekannt geworden ist er vor allen Dingen als Frontmann der Band „Western Union“.

Während seiner Karriere hatte Schuba Hits wie „Auf der Autobahn“, „Ich möcht so gerne mal nach Nashville“, „Bärenstark“ oder „Transit Cowboy“. 1992 schrieb er den Titel „Danke“, der zum „Countrysong des Jahres“ gewählt wurde. Viele kennen ihn auch durch seine eigene wöchentliche Country-Show bei Radio Berlin 88.8, die er jahrelang moderiert hat.

Karin Danzmann, unsere Buchhalterin und Mitorganisatorin vieler Veranstaltungen im Ricam Hospiz, war vor Ort und schildert ihre Eindrücke vom Konzert.

Wilder Westen in Rudow

Der Tag begann mit miesem Regenwetter, es war Sonntag und so recht Lust auf ein Konzert im Freien hatten wir, mein Mann, Freunde und Verwandte, eigentlich nicht. Lieber auf der Couch rumhängen oder ins Kino gehen, das waren meine ersten Gedanken an diesem Sonntag, an dem Larry Schuba, genannt „Mister Western Union“ für unser Ricam Hospiz aufspielen wollte. Heinz Martuzalski von den „Freunden des Ricam Hospizes“ hat das Konzert, oder sollte man besser sagen, die WesternMucke, organisiert. Jedoch setzten wir nachmittags alle unsere Sommerhüte auf, und schlenderten, mit einem erfrischenden SommerEis in der Hand, in die Alte Dorfschule Rudow und trafen all jene, die Lust darauf hatten, sich mit Larry an alte Zeiten zu erinnern und sich von seiner Stimme mitreissen zu lassen.

larry-schuber-benefizkonzert

1966 gründete sich Western Union als Hobbyband in Berlin-Mariendorf. 1967 kam Larry Schuba dazu und übernahm die Leitung der Gruppe. Inspiriert wurden die Bandmitglieder durch die damaligen Stars der amerikanischen Country-Musik, deren Songs sie anfangs als Coverband in amerikanischen und britischen Militärclubs sowie in Jugendheimen und auf Laubenkoloniefesten spielten. Da Larry Schuba vor Jahren eine eigene Radiosendung auf 88,8 hatte, ist er es gewohnt, zu moderieren und seine WesternHits mit eigenen Ansagen, MachoSprüchen, Witzen und warmherzigen Worten, so zu gestalten, dass ein jeder seinen Spass haben konnte. So manch ein Zuschauer passte nicht gerade zur Zielgruppe von Larry, hatte aber Spass, weil Larry mit seiner dunklen Stimme die Leute begeistern konnte. Ich wusste gar nicht, dass nachdenkliche Texte zu Westernmusik passen. Aber es war so, Larry erzählte Geschichten zur Musik und ich sah, wie die Leute sich emotional mitreissen liessen und so konnte er auch mich einfangen mit seiner Baritonstimme und Trackermusik.

Larry erwähnte oft unser Ricam Hospiz, setzte es in Bezug zu seinen eigenen Lebenserfahrungen. Kürzlich starb sein Freund im Krankenhaus und er konnte dessen letzten Wunsch, ein paar Songs von Western Union zu hören, erfüllen. Er nahm einfach die Gitarre mit ins Krankenzimmer und spielte dort ein letztes Mal für ihn. Larry erzählte das so emotional, dass viele Tränen in den Augen hatten.

Der Himmel war während der ganzen D.R.E.I. Stunden, die Larry Schuba für uns entertainte, in wunderbares Blau getaucht und so konnten wir alle den Sonntagnachmittag bis in den Abend hinein mittanzen und mitsingen. Es war wunderbar und wir gingen alle beschwingt und fröhlich nachhause.

Herzlichen Dank an Larry Schuba und die Freunde des Ricam Hospizes, insbesondere an Heinz Martuzalski, der das Konzert organisiert hat.