Magazin

Rückblick: Die aufregenden Jahre der Gründung

TERASSE-1998-LUFTAUFNAHME

Die aufregenden Jahre der Gründung 1994-1999
1994
Die Idee wird geboren: Carola Brett und Dorothea Becker, erfahrene Krankenschwestern, beginnen mit der Initiative zum Aufbau eines stationären Hospizes in Berlin.
Februar 1995
Konzeption für ein Zentrum (mit einer Kombination von ambulanter Hospizarbeit, einer Akutpflegestation und eines stationären Hospizes) entsteht und die Suche nach geeigneten Immobilien konkretisiert sich .
Mai 1995
Regelmäßige Treffen der ehrenamtlichen Unterstützer*Innen, Mitarbeiter*Innen; Beginn der inhaltlichen Vorbereitung und Bearbeitung der Themen: Leben, Sterben, Tod, Krankheit etc.
November 1995
Ein erster Mietvertrag für das geplante Projekt in der Delbrückstraße wird unterzeichnet. Noch steht an dem Standort eine alte Druckerei.
Ende 1995
Die Ärztekammer Berlin wird über das geplante Projekt informiert. Daraufhin unterstützt die Ärztekammer Berlin die Initiative für ein stationäres Hospiz und übernimmt die Schirmherrschaft.
1. Januar 1996
Mitgliedschaft des Ricam-Hospizes in der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz
25. April 1996
Eintragung der gemeinnützigen GmbH (gGmbH) in das Handelsregister; die Gemeinnützigkeit wird vom Finanzamt für Körperschaften anerkannt.
Sommer 1996
In der Weichselstraße (Neukölln) werden Büroräume bezogen. Jetzt gibt es feste Bürostunden für die Öffentlichkeitsarbeit und einen Treff für die Arbeitsgruppen, die die Konzeption für das Projekt Delbrückstraße erstellen.
Januar 1997
Vorstellung des Ricam-Projektes im Bezirk Neukölln durch Postwurfsendungen und Pressemitteilungen
26. Februar 1997
Grundsteinlegung in der Delbrückstraße
13. November 1997
Richtfest in der Delbrückstraße
März 1998
Kreditverhandlungen mit der Bank für Sozialwirtschaft mit Unterstützung des DPW; die BfS lehnt einen Kredit für das Ricam-Hospiz als langfristig zu unsicher ab. Die Finanzierung des gesamten Projekts ist gefährdet.
März bis Mai 1998
Eine neue Bank wird gesucht. Mitarbeiter und Ehrenamtliche starten eine beispiellose Hilfsaktion für das finanziell bedrohte Ricam Hospiz; Öffentlichkeitsarbeit und Pressearbeit bringt Spenden und Bürgschaften ein. Das Team wendet 117.000 DM Vorlaufkosten auf und alle, die es leisten können, stunden ihr erstes Gehalt.
15. Mai 1998
Der Einzugstermin wäre heute aber nichts ist bereit. Der Bau kann wegen großer Mängel nicht abgenommen werden und die Finanzierung der Möbel ist trotz der vielen Aktivitäten noch völlig unklar. Juni 1997 Verabschiedung des § 39a SGB V als Grundlage der Rahmenvereinbarung zwischen Krankenkassen und der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz 1. März 1998: Inkrafttreten der Rahmenvereinbarung zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der Bundesarbeitsgemeinschaft Hospiz; Erst damit wird die langfristige Finanzierbarkeit stationärer Hospize aus Mitteln der Krankenkassen und der Pflegeversicherung gesichert. 10 Prozent des Tagessatzes müssen stationäre Hospize aus Spenden erbringen.
18. Mai 1998
Die »Stiftung Wohnhilfe« in Bonn spendet nach einer Bearbeitungszeit von nur acht Tagen 150.000 DM. Dar- aufhin können die Möbellieferungen beginnen.
31. Mai 1998
Die GLS Gemeinschaftsbank eG in Hamburg, vertreten durch Herrn Landwehr, macht eine Kreditzusage.
13. Juni 1998
Einrichtung und Einzug des Ricam Hospizes in die Delbrückstraße 22
15. Juni 1998
Die ersten zwei Patienten finden im Ricam Hospiz Aufnahme.
3. Oktober 1998
Benefizkonzert von Konstantin Wecker in der Delbrückstraße für unsere Patienten und deren Angehörige, aber auch für das Team und den Freundeskreis des Ricam Hospizes
28. Nov. 1998
Gründungsversammlung der Gesellschaft der Freunde des Ricam Hospizes e.V., eines Fördervereins zur Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen und zur Förderung des Ricam Hospizes

2004 erregte das Projekt »Noch mal Leben vor dem Tod« bundesweit Aufmerksamkeit. Die Spiegel-Redakteurin Beate Lakotta und der Fotograf Walter Schels begleiteten Patienten u.a. im Ricam Hospiz und fotografierten sie vor ihrem Tod und unmittelbar danach. Die Bilder wurden mittlerweile rund um den Globus gezeigt und als ein Plädoyer für die Hospizbewegung verstanden. Zugunsten des Ricam Hospizes fand 2004 im Französischen Dom in Berlin ein Benefizkonzert mit Fotos der Ausstellung statt. Dazu wurde ein Film gezeigt, den wir aus dem Archiv gehoben haben.

Noch mal Leben – Ein Film über das Ricam Hospiz. R: Ruth Becker, 2004