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lebenszeit – Magazin für Diskurs und Ethik am Lebensendelebenszeit – Magazin für Diskurs und Ethik am Lebensende
vor ein paar Wochen lehnten sich einige Bewohner eines kleinen Stadtteils im Süden Hamburgs gegen den Bau eines Hospizes in der Nachbarschaft auf. Sie fürchteten einen Wertverlust ihrer Grundstücke undforderten einen Sichtschutz, der den Blick auf die Sterbenden verdecke. Prompt sprach der SPIEGEL von fehlender Nächstenliebe in dieser Siedlung.
In dieser Ausgabe kommen Hinterbliebene zu Wort. Obwohl jede Trauer einzigartig ist und ihre eigene Geschichte hat, so scheint ein Merkmal universell: Trauer teilt sich mit. Meist unterstützen dann Familie und Freunde die Trauernden. Manchmal brauchen Trauernde aber auch professionelle Trauerbegleitung.
Über die Wirkung von Trauerbegleitung schreibt unsere Gastautorin, Monika Müller, Mitherausgeberin des neuen Fachmagazins »Leidfaden«.
Renate Siebecke fotografiert leidenschaftlich gern. Als ihr Mann an einem Hirntumor erkrankte, erschien es ihr selbstverständlich, alles mit der Kamera zu dokumentieren. Die Fotos haben ihr geholfen zu trauern. Renate und Günter Siebecke waren 52 Jahre verheiratet. Er starb im Januar 2011.
Hans Joachim Max Kunze wurde 1921 geboren. Mit seiner Ehefrau Ursula Kunze war er 50 Jahre zusammen, davon 45 Jahre verheiratet. Sie starb 2005.
Marion Fehrmann und Michael Föge lebten 25 Jahre zusammen, bevor er an einem Hirntumor erkrankte und sie im Krankenhaus heirateten. Michael Föge war Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen FahrradClubs (ADFC) und Fahrradbeauftragter des Berliner Senats. Er starb 2003.
Götz Richter und Dieter Schulz haben 18 Jahre zusammen gelebt. Beide kamen aus einer Ehe. Jeder hatte seine Wohnung. Dieter lebte in Potsdam. Götz in Berlin. Die Wochenenden und die Urlaube verbrachten sie zusammen. Dieter Schulz starb im Dezember 2009.
eine Weihnachtsgeschichte
»Heiligabend ist kein Datum, es ist ein Fest«, erzählt mir Dorothea, die Leiterin des Ricam-Hospizes im Berliner Stadtteil Neukölln. »Und manche Patienten feiern es früher als andere.« Ich hatte mich erkundigt, wie man in einem Hospiz, das ja für schwerkranke und sterbende Menschen da ist, den Advent und Weihnachten feiert. Denn eigentlich hatte Dorothea mir auf meine Frage mit diesem einen Satz schon alles Entscheidende gesagt: Im Hospiz feiert man Weihnachten nach den Vorgaben und Bedürfnissen der Patienten. In einem Fall wurde die Weihnachtsgans schon in den ersten Novembertagen serviert, da es sich abzeichnete, dass Herr Schneider nur noch kurz zu leben hatte.
Ein Gespräch mit dem Filmemacher Andreas Dresen anlässlich des des Kinostarts seines Films “Halt auf freier Strecke”. Im Ricam Hospiz begann er gemeinsam mit Cooky Ziesche für diesen Film zu recherchieren. Sein Film gewann 2011 bei den Filmfestspielen in Cannes den ersten Preis in der wichtigen Nebenreihe “Un certain regard”.
Nachdem der Filmemacher Andreas Dresen in seinem Film “Wolke 9” die Sexualität im Alter ins Bild gesetzt hat, versucht er sich nun am letzten Tabu des Films, dem Tod. Sein Grenzgänger zwischen Spiel- und Dokumentarfilm beobachtet den unabwendbaren Angriff eines Tumors auf eine Familie
Doreen Pless besucht seit 2009 schwerstkranke Menschen zu Hause und begleitet sie während der letzten Lebenszeit. Ihr Bericht über »Betty« gibt einen Einblick in die Arbeit ambulanter Hospizhelfer.