Tabu Kindstod: »Eltern, die sie so gerne sein wollten«
Wenn Paare ein Kind während der Schwangerschaft oder nach der Geburt verlieren, versinkt die Umgebung oft in Sprachlosigkeit. Beinahe wäre eine Familie entstanden, nun bleibt die Wiege leer. Vor 30 Jahren galt es noch als heilsam, wenn die Frauen ihre toten Kinder gar nicht erst zu Gesicht bekommen und schnell vergessen. Seit einigen Jahren wird nun wieder an die Tradition der post-mortem-Fotografie angeknüpft. Das Foto des toten Kindes wird zum Kleinod intimer Trauerkultur. Maureen Grimm und Anja Sommer sprachen mit betroffenen Frauen und beteiligten Berufsgruppen. Ihr Buch »Still geboren« ist ein Plädoyer für eine Trauerkultur, die nicht verdrängt, sondern den Schmerz integriert, um wieder zu leben.